The Curse of the Tales of Monkey Island
oder: Geschenkt ist noch zu teuer (Aus meinem alten Blog, 15.03.2010.) Vor ein paar Monaten gab es eine Promoaktion von Telltale Games, den Herstellern der Tales of Monkey Island. Diese quasi-Sequels zur (bis Teil 3) besten Adventure-Serie aller Zeiten erregten bei ihrem Erscheinen einiges Aufsehen, vor allem durch ihre reine Existenz, da viele Leute Monkey Island bis heute so lieben wie ich auch. Nun, etwa ein halbes Jahr später, habe ich durch das Macheist nanoBundle alle fünf Episoden der inzwischen auch für Mac veröffentlichten Miniserie erworben. Und ich kann sie bis heute nicht spielen. Telltale Games hat einen der dämlichsten Aktivierungsmechanismen entwickelt, die ich bislang gesehen habe. Also lasse ich mir einfach mein Passwort zusenden, das geht ja schnell. Dachte ich. Eine erfreulich kurze Zeit später kam auch schon eine Mail mit der Aufforderung, einem Link zu folgen. Der würde mich zu einer Seite führen, auf der ich mich einloggen und mein Passwort ändern könne. Auf jener Seite sah ich dann das: Es ist genauso bescheuert, wie es aussieht: Ich muss mein altes Passwort, das ich nicht mehr habe, eingeben, um ein neues zu bekommen. Ich habe es im Laufe der letzten Woche mehrfach probiert, in der Hoffnung, dass es sich um einen Bug handelt, der irgendwann behoben sein ürde. Aber, wie die PC-User sagen, it’s not a bug, it’s a feature. Im offenbaren Bewusstsein der Scheißigkeit dieser Methode bauten die Jungs und Mädels von Telltale Games auch einen Mechanismus ein, um vom Freischaltbildschirm des Spiels aus einen sogenannten Unlock-Code zu beantragen. Mit Betonung auf „Beantragen“. Man sendet seine Seriennummer sowie einen zusätzlichen, automatisch generierten Code an Telltale mit der Bitte, doch eine weitere Zeichenkette zu schicken, mit der das längst bezahlte Spiel freigeschaltet werden kann. Insgesamt Soweit also 18 Mails an den Support, für Spiele, die ich nicht nur bezahlt, sondern für die ich bereits die Seriennummern erhalten habe. Und keine einzige Antwort. Langsam müssen die Dinger wirklich verdammt gut sein. Update, 16.03., 20:03 Uhr:
Das Ganze erschien nur für PC und war für mich daher nicht wahnsinnig reizvoll, aber als die erste Episode kostenlos zum Download angeboten wurde, habe ich nicht Nein gesagt – zumindest einen virtuellen PC habe ich ja noch.
Um das Ding herunterladen zu können, habe ich einen Account bei telltale.com erstellt.
Anstelle der üblichen Kombination aus Name, Mail-Adresse und Seriennummer erfolgt die Aktivierung der Episoden – jede einzeln, versteht sich, damit es auch im Idealfall nicht zu bequem wird – über die Login-Daten des telltale.com-Accounts.
Sprich, die Seriennummern, die ich beim Erwerb der Spiele erhalten habe, interessieren keinen toten Hund, die alten Login-Daten müssen her. Einen neuen Account erstellen, kommt nicht in Frage, da der Erwerb der Spiele über die gleiche Mail-Adresse passiert ist, mit der ich mich damals angemeldet habe.
Nachdem ich über das Forum und die dortige FAQ-Suche den Button zum Resetten des Passworts gefunden hatte, gab ich meine Mail-Adresse ein und wartete.
Genau wie die Erklärung meines Passwortproblems an den Support habe ich auch diese Mails (jeweils fünf Stück, es sind ja fünf Episoden) bereits zum dritten Mal geschickt.
Ca 24 Stunden nach Veröffentlichung dieses Blog-Artikels hat es dann doch noch geklappt: Der Support hat sich gemeldet und mir mein Passwort sowie die Unlock-Codes geschickt.
Die Codes funktionieren nicht, aber mit dem Passwort kann ich mich einloggen und die Spiele aktivieren. Einen Kommentar zu der Tatsache, dass sich die Spiele nur online und mit einem Benutzerkonto beim Hersteller aktivieren lassen, spare ich mir an dieser Stelle.